Sonntag, 26. Juli 2015

Vorgezogene Stoffspielereien: Hemden - Refashion

"Es war einmal ein Oberhemd..." schlägt Suschna als Thema für die August-Stoffspielereien vor.
Ich bin diesmal einen ganzen Monat zu früh dran, zeige euch das neue Kleid aber trotzdem schon mal als Inspiration.

Refashion ist ja eigentlich genau mein Thema. Aber Hemden?
Wenn man auf Pinterest nach Hemdenrecycling sucht findet man in erster Linie experimentelle Oberteile, Blusen und Zeug mit Knopfleisten. Das ist alles nicht so mein Ding.
Ich wolle vermeiden, dass man dem fertigen Teil seine Herkunft auf Anhieb ansieht- das ging nur, indem ich die drei Opferhemden erst mal völlig auseinandergenommen habe.
Mein Lieblingsthema Borderprint wollte ich das gern in einer Patchworktechnik umsetzen- schließlich reicht kein einzelnes Hemd meines Mannes für ein komplettes Kleid für mich.
Wenn ich also schon kombinieren musste, dann mit einem patchgeworkten Übergang vom braunkarierten erdigen Saum zum Wolkenblau im Oberteil des Kleides.
Ich habe Stoffvierecke eingescannt und im Grafikprogramm verschiedene Module (5x5cm, 6x6cm und 8x8cm) auf meinem Schnittschema platziert. Schlussends habe ich mich für 6 x 6 cm große Quadrate im Kleid entschieden.
Die Stoffstücke habe ich nicht versäubert, das scheint mir bei Patchwork keine so gute Idee. Ein Zickzackstich oder eine Overlocknaht ergäbe wohl wulsige Stoffkanten die womöglich noch verzogen sind und den exakten Zuschnitt zunichte machen. 
(Zudem: Mehr als 80 Kleinteile mit zweifelhaften Erfolg versäubern? No way. 
Aber vielleicht kann eine erfahrenere Patchworkerin mehr zu diesem Thema sagen...)

Mein Versuch, das fertige Rockteil mit dünner aufbügelbarer Vlieseline zu fixieren war eine Sackgasse: Das wurde brettig.

So habe ich zur Stabilisierung der Stiche und zur Erleichterung des Bügelns nach der Wäsche die horizontalen Nähte abgesteppt. Und das Kleid mit einem hauchdünnen Mesh abgefüttert um die häßlichen rohen Kanten zu schützen und zu verstecken.
Meine ProfiPatchworkende Freundin Heike meinte dann zu den ersten gemailten Fotos
Wenn Du nicht so der hardcore-Knopfablehner wärst, hättest Du im Oberteil noch eine der Knopfleisten verarbeiten können. Wenigstens als Fake. Dann wäre da auch keine so große leere einfarbige Fläche. Vielleicht stattdessen noch ein kariertes Stoffblümchen?“
Klar, da hat sie Recht.
Smilas Blümchen war perfekt, um die übrigen Quadrate zu verwerten.

Als Hemdenzitat habe ich übrigens ein paar Ärmelschlitz-Kapellen entlang der Seitennaht eingebaut. 
Für Eingeweihte. :)
Am Freitagnachmittag bin ich dann mit dem so komplettierten Kleid zu Heike gefahren.
Sie hat dann raffiniert ihre vier Tiere an die richtige Stelle gelotst um mir das lange gewünschte Hennen-und-Hasen-Foto zu ermöglichen.


Zwei junge Hasen und ein Kleid aus drei abgelegten Hemden.
Die anderen Hennen waren zu schnell aus dem Bild :)
Yeah.

Ihr merkt: Das Projekt hat einen Riesenspaß gemacht.
So viel, dass ich mir bis August vielleicht nochmal etwas Neues einfallen lasse.
Am 30.8. sammelt dann Suschna Beiträge zum Thema Hemdenrecycling.

Hemden: Vom Ehemann
Kleiderschnitt: Altbewährt
Blümchen: Aus "Für dich genäht", Smilas erstem Buch
Futter: Stoffmarkt

Mittwoch, 15. Juli 2015

Empirekleid mit Goldfisch

Den hier schon vorgestellten handbedruckten Stoff habe ich letzte Woche weiterverarbeitet- der Fisch ist nun mit echtem Blattgold versehen und hat auch schon eine Handwäsche hinter sich.
Blattgold?
Genau, zwar würde man die Schuppen sicher auch plotten oder mit einer Textilfarbe anmalen können, aber echtes Gold glitzert einfach anders in der Sonne.
Ich habe die Schuppen mit Transfer-Medium auf den ockerfarben vorgedruckten Stoff gemalt und das dann mit zwei Scheiben Blattgold belegt.
Nach zwei Tagen Trocknungszeit kann der nichthaftende Rest mit einem weichen Pinsel abgetragen werden.
Bei mir war der mit Dekaprint gedruckte ockerfarbene Untergrund noch so anziehend, dass auch dort etwas Gold verblieben ist, das stört mich aber nicht sehr. Auf dem unbedruckten Stioff selbst bleibt das Gold natürlich nicht hängen.
Wer sich für die Technik interessiert: Sabine bietet dazu am 30.7. in Mannheim einen Miniworkshop an.
Der Schnitt ist altbewährt und eine Abwandlung eines uralten Brigittemodelles.
Das Kleid nähe ich seit wohl 20 Jahren alle zwei Jahre in einer anderen Farbe. Da kann man wohl von einem zeitlosen Lieblingsschnitt reden.
Lustig ist übrigens die ungefütterte Innenseite des Kleides- da ist noch das missglückte allererste Druckexperiment zu sehen. Die Kringel haben sich als zu dominant und dunkel erwiesen, da habe ich den Stoff kurzerhand umgedreht. Der zweite Versuch der Unterwasserlandschaft war dann besser.

Die Fotos im Garten sind von heute Morgen, daher ist das perfekt für den inspirierenden MMM-Laufsteg.
Ich habe das Teil aber die letzten Tage sehr gern und viel getragen- hier auf dem 40sten meiner Cousine in Oberfranken. Das Kleid passt auf ein Fest genausogut wie in den ganz normalen Alltag.
Ein Lieblingsstück, jetzt schon.

Schnitt: nach einem Brigitte Sonderheft 1999 ( in den Jahren immer wieder auf die körperlichenen Gegebenheiten angepasst....)
Stoff: ein Coupon grobes Leinen vom Stoffmarkt 
der Druck ist im Workshop bei Sabine Jeromin und Brunhilde Scheidmeir entstanden.

Montag, 6. Juli 2015

Reiseetui - ein Ebook

Diesen Organizer habe ich euch ja schon letzte Woche kurz vorgestellt- hier ist nun das eBook zum Reiseetui.
Diesmal habe ich eine ganze Reihe von Prototypen genäht, einfach weil es so viel Spaß gemacht hat die Stoffe zu kombinieren. Und weil das Reiseetui so flüssig zu nähen ist.
Auch meine Probenäherinnen haben in rekordverdächtig kurzer Zeit die Anleitung getestet und tolle Ergebnisse gemailt. Vielen Dank!
Die Schnittteile sind allesamt bemaßt und schnell zugeschnitten, vor allem wenn man mit Rollschneider und Lineal arbeitet. Bei so geraden Teilen ist das eine enorme Arbeitserleichterung.
Dann bleibt viel Zeit zur individuellen Gestaltung mit Zierstichen ( gut, das kann meine alte Pfaff nicht so gut) , Bändern,  Anhängern und Paspeln wie in diesem Beispiel:
Wer dieses Jahr nicht so weit wegfährt kann mit der Hülle auch einen Reader mit an den See nehmen:
Und wer verreist kann sich aus dem zweiten übrigen Band des Reißverschlusses einen passenden Geldbeutel für die Urlaubskasse nähen:

Die Anleitung gibt es ab sofort im Shop und bei daWanda.
( Im Shop könnt ihr mit Paypal zahlen und die Anleitung gleich herunterladen.)


Vielen Dank an


  • Grete, die innerhalb eines Tages nach Erhalt der Anleitung Tula Pinks Hirschen vernäht hat:
  • an Kathrin für zwei tolle Beispiele und ein scharfes Auge für alle Arten von Fehlern:
  • Frau Elbmarie für den perfekten Einstz eines alten Cath Kidston Schätzchens:
  • Sandra für die wunderbare Kombination von besonderen Materialien:
  • Katharina, mit einem Beispiel aus grünem veganen Leder:
  • und Barbara, die gekonnt Canvas mit echtem Leder kombiniert hat:
  • und an meine Eva vom kleinen Stern, mit der es so viel Spaß macht Stoffe auszusuchen!

Freitag, 3. Juli 2015

Ein Organizer für Reiseunterlagen

"Das ist ein Stoff für dich." hat Eva bei meinem letzten Besuch im kleinen Stern gemeint und mir Joel Dewberrys Schwalben gezeigt. Ja, und ob. :)
Ich habe ihn mit Tula Pinks Meteoren zu einem Reiseetui kombiniert.
Wir selbst fahren zwar dieses Jahr nicht weiter weg, aber mit jeder Woche, in der die Ferien näherrücken steigt in meinem Freundeskreis die Nachfrage nach den praktischen Etuis.
Die letzten Wochen habe ich deshalb immer mal wieder Versuche gemacht um die schon öfter gezeigte Hülle zu optimieren: Nun hat sie optional ein Trennteil mit Klarsichtfächern für Fahrpläne und Bordkarten:
Hinter dem Trennteil haben die Pässe maßgeschneidert Platz in eigenen Fächern.
In das versteckte Steckfach passt ein kleines Tablet, der Reader oder die Reisekasse:
Auf jeden Fall sollte man es so im Blick haben, ob alle notwendigen Unterlagen beisammen sind.
Und zudem sind sie noch ziemlich chic verpackt.
Das eBook für die Hülle habe ich schon geschrieben, am Wochenende werde ich noch die Änderungsvorschläge der Probenäherinnen einarbeiten.
Ihr könnt dann ab Montag die Anleitung für das Reiseetui im Shop kaufen und gleich herunterladen.
Rechtzeitig zum Urlaub, denn das Teil ist tatsächlich in einem Abend genäht.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Siebgedruckter Borderprint und eine Kursempfehlung

Eben habe ich im feedreader gesehen, dass die großartige Sabine Jeromin am 11. Juli einen kleinen Siebdruckkurs im Mannheimer Geschäft anbietet- eine gute Gelegenheit euch mal zu zeigen, was da so entstehen kann.
Ich war vor ein paar Wochen bei ihr und Brunhilde zu einem Zweitagesworkshop in Speyer. Das Thema dort war etwas breitgefächerter, es ging mir vor allem um Entfärbedrucke- dazu zeige ich euch irgendwann mal mehr.
Der türkisblaue Stoff ist mit klassischem Siebdruck entstanden- ich habe meinen Stoff ausgebreitet und mit den vielen vorhandenen Schablonen einfach losgelegt. Himmel- das hat so viel Spaß gemacht. Wie früher mit dem Stempelkasten.
Entstanden ist eine Unterwasserlandschaft auf türkisem grobem Leinen.
Den Fisch werde ich noch vergolden.
Ja, vergolden. :)
Denn Sabine weiß, wie echtes Balttgold wollwäschefest aufgebracht werden kann. Diese Frau ist eine Wundertüte und scheint alles über Drucktechniken zu wissen.
Blattgold! Und ich habe welches da!!
Wer also Lust und Zeit hat: Die Jerominkurse sind perfekt für Leute die auch mal etwas experimenteller arbeiten möchten und die ersten Schritte gern unter kompetenter Anleitung machen wollen.

Ich habe dort so viel gelernt und komme nun hoffentlich gut allein klar, wenn auch die nette Gesellschaft fehlt.
Jetzt gehe ich gleich auf die Terasse und vergolde,
heute Nachmittag nähe ich das Kleid.
Stay tuned :)


Mittwoch, 24. Juni 2015

Schlossgartenträume

Kapfenburg?
Ja, meine regionalen Siebdrucke gehen in die zweite Runde.
Das Motiv ist in diesem Fall wirklich naheliegend. Die Kapfenburg liegt nur einen Spaziergang entfernt vor meiner Haustür.
Zum Festival im Sommer kommen großartige Musiker ( Ich freue mich auf Anastacia im Juli!) und dieses Jahr findet erstmalig ein größerer Garten- und Kunsthandwerkermarkt dort statt.
Meine Nachbarin Erika hat gar nicht lange reden müssen- nun haben wir beide auch unterhalb der ehrwürdigen Burgmauern einen Stand.
Das ist ja das erste Mal, dass ich so ein großes Event mitmache- ehrlichgesagt habe ich keine Ahnung was uns dort erwartet.
Soll ich nun 3 Taschen nähen oder bräuchte ich 30?
Klein oder groß?
Diese Produktion ins Ungewisse ist gar nicht so einfach.
Bemerkenswert ist die Anregung der Tochter: "Mach doch mal eine preiswerte Tasche, nicht mehr als 20 Euro. Einfach ein Stoffbeutel mit dem Motiv drauf."
(Tja, sie hat die Kapfenburg gezeichnet und ist deshalb am Umsatz beteiligt. Kluges Kind.
Aber diesen Denkansatz habe ich schon früher bei den Vertreterbesprechungen gehasst. Die haben mir regelmäßig die aufwändigsten und schönsten Entwürfe aus der Kollektion geschmissen: "Zu teuer." )
Ich habe es versucht und eine sehr schlichte Tasche genäht.
Aber eine Tasche ohne Reißverschlussabteil außen? Undenkbar.
Und ohne Verschluss? Ungern.

Und so sind dann doch wieder aufwändiger ausgearbeitete Unikate entstanden. Das macht einfach mehr Freude beim Nähen und Tragen.

Schlossgartenträume, am kommenden Samstag, dem 27. und Sonntag, dem 28. Juni.
von 10 - 18 Uhr.
Ich bis sehr gespannt!

Montag, 15. Juni 2015

Taschen und Geldbeutel nähen

Bei meinem letzten Besuch in Anjas Stoffekontor habe ich 75 cm eines sehr grob gewebten Baumwollstoffes mitgenommen, in die unglaublich robuste und ausdrucksstarke Qualität habe ich mich sofort verliebt.
Die Meterware ist nicht billig, sie wurde deshalb bis zu letzten Rest zu einer netten kleinen Kollektion vernäht.

Haha- eine Kollektion aus 75 cm Stoff und etwas Leder?
Ja, das geht. Guckt mal:

Aus etwas mehr als 40 cm  habe ich einen Shopper genäht, die Streifen habe ich dabei so gesetzt, dass an der Seite noch ein Stück für zwei Geldbeutel übrig blieb.
Beides habe ich mit schwarzem Nappa kombiniert- das glatte Leder ist so schön zu dem grob strukturiertem Stoff.
Aus dem 30 cm langen Rest habe ich eine Anna geschnitten. Die Länge hat nicht ganz für einen kompletten Taschenkörper gereicht, deshalb hat sie ebenfalls einen Lederboden bekommen. Die Klappe wurde kürzer als im Original, das gab Platz für ein Mappenschloss. 
Und Metallecken, die passen da ganz gut dazu.
Auch hier: Der Rest wurde zu einem netten Täschchen verarbeitet. 
Die Tochter findet den Shopper toll, ich mag am liebsten die Geldbeutel- sie liegen durch den groben Stoff ganz besonders gut in der Hand. Und die Lederecken passen gut zum rustikalen Charakter des Stoffes.

Und sonst so?
Eine Tasche für eine sehr geduldige und nette Kundin:
Das grobe gewaschene Leinen habe ich auf dem Stoffmarkt gekauft.
Zusammen mit den Lederakzenten gefällt mir das richtig gut als Tasche für alle Gelegenheiten.
Schlicht, aber nicht langweilig.

Es sind noch mehr Sachen entstanden, aber gerade nähe ich mehr als dass ich fotografieren und Bilder bearbeiten kann.
Außerdem hätte ich noch gern einen zusätzlichen Tag zwischen Sonntag und Montag. Zum lesen, grillen und eisessen.......