Freitag, 3. Juli 2015

Ein Organizer für Reiseunterlagen

"Das ist ein Stoff für dich." hat Eva bei meinem letzten Besuch im kleinen Stern gemeint und mir Joel Dewberrys Schwalben gezeigt. Ja, und ob. :)
Ich habe ihn mit Tula Pinks Meteoren zu einem Reiseetui kombiniert.
Wir selbst fahren zwar dieses Jahr nicht weiter weg, aber mit jeder Woche, in der die Ferien näherrücken steigt in meinem Freundeskreis die Nachfrage nach den praktischen Etuis.
Die letzten Wochen habe ich deshalb immer mal wieder Versuche gemacht um die schon öfter gezeigte Hülle zu optimieren: Nun hat sie optional ein Trennteil mit Klarsichtfächern für Fahrpläne und Bordkarten:
Hinter dem Trennteil haben die Pässe maßgeschneidert Platz in eigenen Fächern.
In das versteckte Steckfach passt ein kleines Tablet, der Reader oder die Reisekasse:
Auf jeden Fall sollte man es so im Blick haben, ob alle notwendigen Unterlagen beisammen sind.
Und zudem sind sie noch ziemlich chic verpackt.
Das eBook für die Hülle habe ich schon geschrieben, am Wochenende werde ich noch die Änderungsvorschläge der Probenäherinnen einarbeiten.
Ihr könnt dann ab Montag die Anleitung für das Reiseetui im Shop kaufen und gleich herunterladen.
Rechtzeitig zum Urlaub, denn das Teil ist tatsächlich in einem Abend genäht.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Siebgedruckter Borderprint und eine Kursempfehlung

Eben habe ich im feedreader gesehen, dass die großartige Sabine Jeromin am 11. Juli einen kleinen Siebdruckkurs im Mannheimer Geschäft anbietet- eine gute Gelegenheit euch mal zu zeigen, was da so entstehen kann.
Ich war vor ein paar Wochen bei ihr und Brunhilde zu einem Zweitagesworkshop in Speyer. Das Thema dort war etwas breitgefächerter, es ging mir vor allem um Entfärbedrucke- dazu zeige ich euch irgendwann mal mehr.
Der türkisblaue Stoff ist mit klassischem Siebdruck entstanden- ich habe meinen Stoff ausgebreitet und mit den vielen vorhandenen Schablonen einfach losgelegt. Himmel- das hat so viel Spaß gemacht. Wie früher mit dem Stempelkasten.
Entstanden ist eine Unterwasserlandschaft auf türkisem grobem Leinen.
Den Fisch werde ich noch vergolden.
Ja, vergolden. :)
Denn Sabine weiß, wie echtes Balttgold wollwäschefest aufgebracht werden kann. Diese Frau ist eine Wundertüte und scheint alles über Drucktechniken zu wissen.
Blattgold! Und ich habe welches da!!
Wer also Lust und Zeit hat: Die Jerominkurse sind perfekt für Leute die auch mal etwas experimenteller arbeiten möchten und die ersten Schritte gern unter kompetenter Anleitung machen wollen.

Ich habe dort so viel gelernt und komme nun hoffentlich gut allein klar, wenn auch die nette Gesellschaft fehlt.
Jetzt gehe ich gleich auf die Terasse und vergolde,
heute Nachmittag nähe ich das Kleid.
Stay tuned :)


Mittwoch, 24. Juni 2015

Schlossgartenträume

Kapfenburg?
Ja, meine regionalen Siebdrucke gehen in die zweite Runde.
Das Motiv ist in diesem Fall wirklich naheliegend. Die Kapfenburg liegt nur einen Spaziergang entfernt vor meiner Haustür.
Zum Festival im Sommer kommen großartige Musiker ( Ich freue mich auf Anastacia im Juli!) und dieses Jahr findet erstmalig ein größerer Garten- und Kunsthandwerkermarkt dort statt.
Meine Nachbarin Erika hat gar nicht lange reden müssen- nun haben wir beide auch unterhalb der ehrwürdigen Burgmauern einen Stand.
Das ist ja das erste Mal, dass ich so ein großes Event mitmache- ehrlichgesagt habe ich keine Ahnung was uns dort erwartet.
Soll ich nun 3 Taschen nähen oder bräuchte ich 30?
Klein oder groß?
Diese Produktion ins Ungewisse ist gar nicht so einfach.
Bemerkenswert ist die Anregung der Tochter: "Mach doch mal eine preiswerte Tasche, nicht mehr als 20 Euro. Einfach ein Stoffbeutel mit dem Motiv drauf."
(Tja, sie hat die Kapfenburg gezeichnet und ist deshalb am Umsatz beteiligt. Kluges Kind.
Aber diesen Denkansatz habe ich schon früher bei den Vertreterbesprechungen gehasst. Die haben mir regelmäßig die aufwändigsten und schönsten Entwürfe aus der Kollektion geschmissen: "Zu teuer." )
Ich habe es versucht und eine sehr schlichte Tasche genäht.
Aber eine Tasche ohne Reißverschlussabteil außen? Undenkbar.
Und ohne Verschluss? Ungern.

Und so sind dann doch wieder aufwändiger ausgearbeitete Unikate entstanden. Das macht einfach mehr Freude beim Nähen und Tragen.

Schlossgartenträume, am kommenden Samstag, dem 27. und Sonntag, dem 28. Juni.
von 10 - 18 Uhr.
Ich bis sehr gespannt!

Montag, 15. Juni 2015

Taschen und Geldbeutel nähen

Bei meinem letzten Besuch in Anjas Stoffekontor habe ich 75 cm eines sehr grob gewebten Baumwollstoffes mitgenommen, in die unglaublich robuste und ausdrucksstarke Qualität habe ich mich sofort verliebt.
Die Meterware ist nicht billig, sie wurde deshalb bis zu letzten Rest zu einer netten kleinen Kollektion vernäht.

Haha- eine Kollektion aus 75 cm Stoff und etwas Leder?
Ja, das geht. Guckt mal:

Aus etwas mehr als 40 cm  habe ich einen Shopper genäht, die Streifen habe ich dabei so gesetzt, dass an der Seite noch ein Stück für zwei Geldbeutel übrig blieb.
Beides habe ich mit schwarzem Nappa kombiniert- das glatte Leder ist so schön zu dem grob strukturiertem Stoff.
Aus dem 30 cm langen Rest habe ich eine Anna geschnitten. Die Länge hat nicht ganz für einen kompletten Taschenkörper gereicht, deshalb hat sie ebenfalls einen Lederboden bekommen. Die Klappe wurde kürzer als im Original, das gab Platz für ein Mappenschloss. 
Und Metallecken, die passen da ganz gut dazu.
Auch hier: Der Rest wurde zu einem netten Täschchen verarbeitet. 
Die Tochter findet den Shopper toll, ich mag am liebsten die Geldbeutel- sie liegen durch den groben Stoff ganz besonders gut in der Hand. Und die Lederecken passen gut zum rustikalen Charakter des Stoffes.

Und sonst so?
Eine Tasche für eine sehr geduldige und nette Kundin:
Das grobe gewaschene Leinen habe ich auf dem Stoffmarkt gekauft.
Zusammen mit den Lederakzenten gefällt mir das richtig gut als Tasche für alle Gelegenheiten.
Schlicht, aber nicht langweilig.

Es sind noch mehr Sachen entstanden, aber gerade nähe ich mehr als dass ich fotografieren und Bilder bearbeiten kann.
Außerdem hätte ich noch gern einen zusätzlichen Tag zwischen Sonntag und Montag. Zum lesen, grillen und eisessen.......

Mittwoch, 3. Juni 2015

MMM: Onion 2013 im Smilastyle

Nach dem eher fehlgeschlagenen Versuch eines ersten Sommerkleides habe ich einen echten Stoffschatz mit einem sicheren Schnitt vernäht. Bei den wunderbaren (leider vergriffenen) Sakruablüten von Smila durfte diesmal nichts schiefgehen.

Die beiden Stoffe wollte ich gern zusammen verarbeiten. So habe ich den bewährten Schnitt Onion 2013 etwas oberhalb der Taillenlinie auseinander geschnitten um eine Zäsur in die große gemusterte Fläche zu bekommen.
Wie schon zuvor habe ich das Oberteil gedoppelt und mir so die (auf Jersey)  heiklen Steppnähte eines Belegs gespart. Die reißen bei mir einfach zu oft, da sie ja nicht sonderlich elastisch sind ( Hier würde ich mir manchmal schon den dreigeteilten Geradstich der modernen Maschinen wünschen. Oder eine Covermaschine...)
Die Schnittteile selbst sind sehr gut ausgearbeitet, die knapp gehaltene dänische Anleitung lässt aber zu wünschen übrig. Überhaupt: Ich finde, dass Onion sich bei der Verarbeitung ein paar mehr Gedanken machen könnte. In diesem Fall sind Belege um den Ausschnitt meiner Meinung nach die schlechteste Lösung.
( Smila, die Königin der Onion-Umsetzungen gibt übrigens demnächst einen KleiderKurs, dort können Interessierte mal gucken wie ein Profi das angeht.)

Das Mittelteil habe ich mit Mesh gedoppelt, das gibt dem Teil etwas Stabilität und verhindert das Ausleiern.
Und aus ein paar kleinen Stoffresten habe ich mir ein keines Täschchen für den Objektivdeckel genäht, die Maße passen super für mein Makroobjektiv.
Die Anleitung dafür ist - wie stimmig! - aus Smilas zweitem Buch.

Der Sommer ist zurück und ich bin gespannt was die MMM-Teilnehmerinnen heute tragen!
Und da die Sakurablüten ein wirklich gehütetes Stoffschätzchen waren reihe ich mich noch bei Emma ein, sie hatte mit ihrer Farbmottowoche eine wirklich gute Idee!

Sonntag, 31. Mai 2015

Stoffspielereien: Inspiration Kunst ( Flora am Felsen, Paul Klee )


Karen hat für den Mai vorgeschlagen, sich von Kunstwerken inspirieren zu lassen.

Das Thema hat mich durch mein ganzes Studium begleitet. Analyse, Entwurf  und Umsetzung von bauhäuslerisch anmutenden Werken waren eine sichere Bank bei unseren Dozenten.
Für die Diplomarbeit habe ich auf der Basis von Bildern von Klee, Miro und Dubuffet Jacquardjerseys entworfen und vernäht. Die Kleidungsstücke sind verschollen, aber ein paar Sachen aus den Präsentationsordnern habe ich noch gefunden.
Herausgepickt habe ich mir deshalb ein Bild, mit dem ich mich vor über 20 Jahren schon intensiver beschäftigt habe: Paul Klees "Flora am Felsen" aus seinem Todesjahr 1940.

Lustig: Der streifige Nadeldrucker für den Ausdruck der Patrone.
Aber immerhin gab es schon Grafikprogramme.
(Rapportiert wurde auf dem Papier, dann eingescannt und die Anschlüsse korrigiert. 
Das geht heute viel einfacher. )
Wenn ihr das Bild anklickt seht ihr besser wie der Jersey aufgebaut ist: Auf dem gerippten Grund erheben sich plastisch die organischen Elemente. Daraus habe ich damals in den 90ern ein körpernahes Kleid genäht.

Heute muss ich das natürlich viel direkter angehen.
Als Ausgangsmaterial habe ich ein chiffonartiges Etwas aus einer Viscose/Polyestermischung aus dem Stoffregal gezogen.
Der Fall ist prima, aber die Farbe und das Muster sehen schon schwer nach Gardine aus.
Der Stoff lässt sich gut mit Dekaprint bemalen, im Vorfeld habe ich das auch auf Waschbarkeit geprüft:
Der vorhandene Druck hat die Farbe anders aufgenommen als der Grund, das Muster schimmert immer noch durch. Deshalb habe ich die kalligrafischen schwarzen Elemente erst mal nur sparsam am Saum aufgemalt.
Irgendwann beim Fixieren der Farbe ( zuerst bügeln und dann im Backofen 10 min/140 Grad ) habe ich mir zwei Risse im Vorderteil eingehandelt, die habe ich mit applizierten Kreisen abgedeckt.
Zuerst wollte ich noch ein paar zusätzliche schwarze Elemente aufmalen, aber eigentlich gefällt es mir schon so. Was meint ihr?


Schnitt: Burda 3-2010, Mod 118
Stoff: Stoffmarkt
Farbe:  Nass in nass vermalte Dekaprint Siebdruckfarbe, via Jeromin
Aufwand: 3 Wochen überlegen, 30 Minuten malen, 3 Stunden nähen

Karen versammelt heute die anderen Teilnehmerinnen im Blog, ich bin schon sehr gespannt auf ihre Umsetzungen!

Freitag, 22. Mai 2015

Siebdruck regional

In den letzten Tagen sind hier eine ganze Reihe Taschen für Barbaras Laden (Glas und Faden) in Ellwangen entstanden. 
Ausgangsbasis der Taschen sind die neuen Druckmotive, die ich nun von Hand auf Folien zeichne. Endlose Druckversuche mit dem Laserprinter haben wenig Erfolg gebracht, der Toner wird auch mit Verdichter nicht so schwarz, als dass sich die Siebe problemlos belichten lassen. 
Die Opaque-Pens von Transotype sind dagegen völlig lichtundurchlässig- so bekomme ich perfekte Konturen und die Siebdruckemulsion lässt sich an den unbelichteten Stellen leicht auswaschen. 
Die Siebe habe ich mit 55T- Gewebe bespannt und mit Photecoat Solo beschichtet, auch da habe ich viel experimentiert.
Wer sich für Siebdrucktechnik interessiert kann sich mal durch die Videos vom Siebdruckversand klicken, da wird das Vorgehen grundsätzlich gut erklärt. Aber ganz so problemlos wie die Experten dort das darstellen ist die Technik leider nicht. 
Und es ist eine Materialschlacht.
Die sich trotzdem lohnt wenn man erst mal die Erfolge sieht:
Verarbeitet kann das dann so ausschauen:
Ich liebe die Kombiantion aus Leder und grobem Leinen oder Zeltplane. 
Da kann die Form der Tasche ganz schlicht sein, die Materialien allein sind wirkungsvoll genug.
Wenn ich mir die Entwicklung in den letzten 8 Jahren von der ersten geposteten Tasche bis zu diesen Exemplaren anschaue- das war ein spannender Weg.
Danke, dass mich viele Leserinnen und Kunden begleitet und motiviert haben!
Habt ein schönes Pfingstwochenende!