Mittwoch, 27. April 2016

MMM: Winter is coming. Ein Shirt.

Diese Woche beginnt die sechste Staffel von Game of Thrones.
Zeit für ein neues Fanshirt :)
Um das Ganze nicht ZU offensichtlich zu gestalten habe ich mich für einen platzierten Alloverdruck auf meinen derzeitigen Lieblingsshirtschnitt entschieden. Fans identifizieren den Drachen recht schnell als Wappen des Hauses Targaryen,
Uneingeweihte können darin gern irgendein asiatisches Motiv sehen.
Zur Festlegung der Platzierung habe ich Teller verwendet und ihre Position mit kleinen Klebestreifen markiert. Das erleichtert beim Drucken die Positionierung des Siebes.
Gedruckt habe ich mit Dekaprint-Siebdruckfarbe auf einem recht fließenden Viscosejersey.
Der Schnitt muss aus ganz weich fallenden Stoffen genäht werden, so kommt die große Rückenfalte am besten zur Geltung.

Den Burda-Schnitt mag ich gerade sehr gern. Die Silhouette mit dem langen dramatischen Rückenteil und der schlichten Vorderansicht ist wirklich mal was Neues.
Leider kann man den Ausschnitt nicht mehr sommerlich vertiefen, die Schwere des Rückteils zieht das Shirt sonst noch mehr nach hinten.
(Hier sieht man auf dem Stuhl noch die Schneereste - zum Serienstart ist der Winter tatsächlich nochmal gekommen. Das ist doch alles irgendwie ziemlich passend......)

Die Tochter hat zum Serienstart einen Schattenwolf gefaltet und geklebt. Diesmal hat sie 300 g schweres Papier genommen, das lief erstaunlich gut durch unseren Drucker.
Die Datei findet ihr hier, mit etwa 15 Stunden Bastelzeit sollte man rechnen.
Das Ergebnis ist aber sensationell.
 (Sie hat den Wolf im Blog Papermau entdeckt, dort sind auch tolle Anfängerprojekte verlinkt.)

Und wenn jetzt Jon Snow irgendwie überlebt, dann ist alles gut.
:)

Schnitt: Burda 3-2016, Modell 104, vorn etwas verlängert, ohne Schlitz, engere Ärmel
Stoff: grauer Viscosejersey
Druckfarbe: Dekaprint schwarz (via Jeromin) mit etwas Trocknungsverzögerer damit das Sieb nicht zu schnell zusetzt.

Verlinkt beim MMM, dem Laufsteg für Leute in selbstgenähten Kleidern.

Montag, 18. April 2016

Minietuis und Geldbeutel

Am Anfang des Frühjahres sitze ich mit schönster Regelmäßigkeit im Nähloch. Für Sommerklamotten fehlt noch der Sommer, wollige Winterstoffe mag ich keine mehr verarbeiten.
So habe ich mich die letzten Wochen mit Leder (geht zum Glück immer) und Kleinzeugs für "Glas und Faden" beschäftigt.

In Barbaras Laden verkaufen sich die kleinen Spiraletuis recht gut und ich habe schon wieder bunten Nachschub genäht. Sie sind als Schlüsselanhänger gedacht, genau passend für einen Labello. Oder sie werden als Geschenkgutschein-Verpackung hergenommen.

Zudem sind ein paar Geldbeutel entstanden, zwei für den Ellwanger Laden und zwei für den machwerk-Shop.
Greten sind doch immer noch die zuverlässigste Methode, mich aus einem Nähloch zu holen. Es macht einfach Spaß zu sehen, wie aus den vielen Einzelteilen ein Portemonnaie entsteht.


Außerdem habe ich mir ganz kurzentschlossen eine Covermaschine gekauft, ausgelöst durch einen Schnitt, der ohne Covernähte einfach nicht sauber zu nähen ist. 
Für mich der ultimative Shirtschnitt des Sommers.
Macht euch also auf eine Oberteilflut gefasst.....

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Und ich habe endlich einen Instagram-Account - das ist für mich vor allem eine großartige Möglichkeit schnell und unkompliziert kleine Filmchen hochzuladen. Wenn ihr also mal gucken wollt wie eine Rollsaumschnecke funktioniert oder den Dreifachtransport der Pfaff 335 in Aktion sehen wollt:
Ich bin dort unter frau_machwerk zu finden.

Sonntag, 27. März 2016

Stoffpielereien: Verschlungene Quasten

Bei den März-Stoffspielereien steht das Thema "Verschlungen und verflochten" im Mittelpunkt.
Vor dem heutigen Ostersonntag war leider keine Zeit für große Experimente. Die gesamte Familie mit Großeltern und Geschwistern verbringt die Tage traditionell bei uns und wir freuen uns immer sehr über die gemeinsame Zeit.
Ihr wisst aber wahrscheinlich was das im Vorfeld bedeutet.
Oder bedeuten sollte :)
Fenster habe ich nämlich trotzdem keine geputzt, dafür habe ich ein kleines Tutorial für euch.

Hier zeigen wir euch mal, wie dekorative Quastenköpfe zustande kommen:

Ihr nehmt ca 30 cm lange Schnüre ( z.B. Lederstreifen, dicke Wolle oder gewachste Kordel) und legt sie kreuzweise übereinander. Am Anfang tut ihr euch beim Verschlingen leichter, wenn ihr den Mittelpunkt mit einer kontrastfarbenen Schnur fixiert.
(Mit etwas Routine braucht ihr das dann nicht mehr.)
Dann werden die einzelnen Segmente jeweils über das benachbarte Bündel gelegt. Der letzte Teil wird dann in die Biegung des ersten Teils gesteckt.
An den Enden vorsichtig anziehen, dabei die einzelnen Schnüre etwas ausrichten. Die fixierende Wolle entfernen und mit einer Wendenadel/Häkelnadel von oben einen Aufhänger einziehen und unten mit einem einfachen Knoten in der richtigen Länge fixieren.
Den Quastenkopf umwickeln oder mit einer Borte umkleben.
In der gewünschten Länge abschneiden.
Fertig!


Es würde mich freuen, wenn sich auch am heutigen Feiertag ein paar Mitstreiterinnen bei unserer monatlichen Aktion finden. 
Meldet euch einfach in den Kommentaren oder per Mail, wenn ihr  auch etwas zum Thema ausprobiert habt. Ich verlinke euch dann im Laufe des Tages.
  • Ute hat aus Stoffstreifen ein raffiniertes Mäppchen geflochten.
  • Bei Suschna gibt es gehäkelt-geflochten-eingezogene Borten à la Chanel
  • Susanne zieht Webbänder in Jeansstoff ein
  • Beim beswingten Fräulein wird ein Brillenetui mit Lederschnüren dekorativ zusammengenäht.
  • Mila flechtet Taschenhenkel, das wäre der Anfang zu einem größeren Teppichprojekt
  • Lucy vernüpft Topflappengarn ganz raffiniert zu schön strukturierten Schnüren
  • Gabi knüpft Knoten für verschiedene Gürtelvarianten




Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Am 24. April sammelt Lucy Beiträge zum Thema Plissee.

Donnerstag, 17. März 2016

St. Patrick´s Day: Ewa und Geldbeutel in grün

Heute ist Grün-Donnerstag. :)
Passend zum heutigen St. Patrick´s Day gibt es ein neues Set: Eine große Ewa und einen passenden Geldbeutel in grün.
Ich bin ganz verliebt in die Möglichkeit, mit meiner Ledernähmaschine 20er-Garn zu vernähen. Zwar ist es lästig, wie schnell die Unterfadenspule bei dem dicken Faden leergenäht ist und gewechselt werden muss, aber diese langen ausdrucksstarken Stiche entschädigen dafür schon.
Der Geldbeutel hat innen für das Münzfach einen schmalen metallisierten Reißverschluss, das passt so schön zu dem breiten Rundumverschluss außen.
Innen habe ich Ewa mit einem Schätzchen aus Amy Butlers Love-Kollektion gefüttert. Das bunte florale Futter ist ein schöner Kontrast zum grafischen Äüßeren.

Happy St. Patrick´s Day!
Support your local pub :)

Mittwoch, 9. März 2016

Ewa aus Leder

Türkis!
Farbe!!
Und eine neue Tasche für den Frühling.

Ich hatte ganz kurz überlegt, ob ich den gesamten Taschenkörper aus einem Stück schneide und so die Teilungsnaht im unteren Bereich weglasse- aber die Zäsur tut der großen Fläche ganz gut.
Die Reflekturpaspel setzt nochmal einen zusätzlicne Akzent.

Innen am oberen Rand der aufgesetzten Tasche habe ich die Paspel nochmal verwendet:
 Wie immer: Eine Quaste an der vorderen Tasche:
Hier ist auch ganz gut zu sehen dass die Außentasche offenkantig verarbeitet ist. Das ist bei dickeren nicht fransenden Materialien wie Leder und Filz besser als das klassische Verstürzen mit dem Taschenbeutel.

Und weil ich selbst auch immer nachdenken muss welches Teil da wie herum gelegt und genäht wird habe ich das beim Nähen mal dokumentiert:


  1. Zuerst steppt ihr an der oberen Kante eures Taschenbeutels den Reißverschluss auf. Der Schieber ist dabei schon aufgezogen. Es schauen sowohl die rechte Stoffseite als auch der Schieber nach oben!
  2. Den Reißverschluss umklappen (der Schieber schaut nun nach unten) und knappkantig absteppen.
  3. Dann schneidet ihr mit dem Rollschneider ein schmales Rechteck in euer Leder oder euren Filz.
    Bei der Breite solltet ihr euch an der Breite der Reißverschlusszähnchen orientieren, hier bei mir sind das
    6 mm. Mit etwas Abstand zwei Streifen Stylefix aufkleben.
  4. Den Taschenbeutel ausrichten und mittig festkleben.
  5. Mit dem normalen Fußchen (das transportiert in der Regel gleichmäßiger) knappkantig aufsteppen.
    (Langer Stich, eventuell dicherer Faden)
  6. Den Taschenbeutel nach oben klappen und am oberen Rand das Stylefix wieder entfernen.
  7. Den Taschenbeutel am oberen Reißverschlussband festesteppen. Bei schmalen Reißverschlüssen muss man hier eventuell den Reißverschlussfuß einsetzen.
    Zuletzt die Seiten schließen, dabei über die Reißverschlussenden nähen.

    Leder: Reinhardt (Ähm... ja. Ich habe eine 4 qm große Haut gekauft.)
    Schnitt: Ewa (große Version)
    Reißverschlüsse und große runde Karabiner

Donnerstag, 3. März 2016

Hülle mit Reißverschluss für das evangelische Gesangbuch

In den Wochen vor der Kommunion und Konfirmation werde ich immer wieder mal gefragt, ob man mit den
4 cm breiten Reißverschlüssen auch Hüllen für das evangelische Gesangbuch nähen könne.
Das geht zur Not schon, allerdings ist das eine echte Presspassung, das Gesangbuch ist doch etwas dicker als das katholische Gotteslob.
Deshalb sollte man für das Gesangbuch besser die 5,5 cm breiten Reißverschlüsse nehmen, da passt das Buch optimal hinein.

Hier sind die Maße für ein Buch mit 11,5 cm x 17,5 cm x 4,5 cm:
Genäht wird das ganz genauso wie hier beschrieben, zum Schluss steppe ich den Reißverschluss an der unteren Seite 2 cm an, oben wird der 5,5 cm breite Reißverschluss auf 3,5 cm eingefaltet, mit einem Reststück Filz eingefasst und dann ebenfalls am Buchrücken festgesteppt.


Nach dem Prinzip kann man alle Bücher bis zu einer Dicke von 5 cm gut geschützt transportieren. 
Bei 3 mm dickem Filz berechnen sich die Maße so: 
  • Höhe: 17,5 cm beim Buch plus 1 cm Zugabe: 18,5 cm beim Einband
  • Breite: 11,5 cm  x  2 +  4,5 cm am Buchrücken = 27,5 cm
                plus 1,5 cm Zugabe (etwas mehr wegen der Biegung am Buchrüchen): 29 cm beim Einband

Letztens habe ich für eine Kundin nach dem Prinzip eine Hülle für eine Kinderbibel genäht, mit aufgenietetem Hederhenkel zum leichteren Transportieren.

Der Griff legt sich flach, wenn das Buch aufgeschlagen wird.


Hier ist ganz gut zu sehen. wie der Reißverschluss knappkantig aufgesteppt wird. 
Ich fixiere die Meterware übrigens vor dem Nähen mit Stylefix. Zwar sollte man eigentlich nicht durch das Klebeband nähen, aber in dem Fall wird das wirklich viel sauberer.
Und beim Durchnähen des dicken Filzes scheint sich die Nadel ganz gut von winzigen Kleberresten zu reinigen.


Ich glaube, ich nähe mir nach dem Prinzip noch eine Hülle fürs Laptop.
Mal gucken, ob sich außen Leder mit einer Filzlage innen kombinieren lässt....

Nähanleitung: Hier wird das Prinzip erklärt
Reißverschlüsse: machwerk-Shop
Filz: z.B. Filzshop24 oder von verschiedenen Anbietern bei daWanda


Sonntag, 28. Februar 2016

Stoffspielereien: Ich war einmal ein Tuch...


"Ich war einmal ein Tuch....."
Susanne hat das Thema der Stoffspielereien vorgeschlagen und ich wusste sofort, was ich da aus der Mottenkiste kramen wollte.
Das 120 x 120 cm große Tuch habe ich nach dem Vorpraktikum in einer Schalfabrik von der Vertriebsleiterin geschenkt bekommen. Es ist aus feinstem wollweißen Kaschmir und ich hätte mir sowas nie selbst leisten können.

Ich habe es dann während der ganzen Studienzeit zum Vintage-Trenchcoat meines Vaters getragen
(End-80er halt...) und irgendwann fanden es Motten wohl genauso weich und kuschelig wie ich.
Tja- wegschmeißen konnte ich das Tuch trotz der vielen Löcher nie.
Zuviele Erinnerungen und so.
Ihr kennt das vielleicht.
Ich habe das Tuch dann in der letzten Woche ziemlich zerlegt und die schlimmsten Stellen herausgeschnitten. Die restlichen Stücke habe ich mit größeren Stichen aus kontrastfarbenem Garn zusammengenäht.

Geplant war eigentlich, das Stoffstück mit einem Wollstoff zu hinterlegen, mustermäßig Löcher zuzufügen und die Löcher durch Stickerei durch beide Lagen zu stabilisieren.
Und z.B. einen großen Origamibag-Beutel zu nähen.
Eine Tasche sah aber beim ersten Auslegen echt merkwürdig aus.
Zudem ist das Material so zart, sowas muss man eigntlich auch weiter am Hals tragen.
Deahalb habe ich das Stoffstück dann nicht gedoppelt, sondern die Löcher zu entschiedeneren Schlitzen verlängert und aus dem restlichen Stoffstücken Patches hinterlegt.
Ganz fertig bin ich mit dem Flickenaufnähen nicht geworden. Zu viele Löcher und zuviele zusätzliche Patches die ich aufnähen muss um das zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen.
Aber das schaffe ich in den nächsten Tagen. Ich will das Tuch nämlich unbedingt wieder tragen.

Nicht als Dreieckstuch wie in den 80ern, sondern wie ich es jetzt mag: Als langen Schal.

Es ist mir übrigens noch nicht so ganz klar, ob das nun Clochard oder Bohème wird.
Aber es ist jetzt schon kuschelig.
Und das ist dann doch ziemlich wichtig :)

EDIT, 16 Uhr:
Die erste Hälfte scheint fertig zu sein. Zum Vergleich das andere Teil des Schals, nur mit den notwendigen Patches versehen.
Viel hilft viel. :)


Noch mehr Tücher-Refashion gibt es heute bei Susanne.
Ich bin gespannt!