Montag, 1. Februar 2016

Ewa - das eBook für eine neue Tasche.

OK, so ganz neu ist der Schnitt nicht wirklich, vor einem halben Jahr habe ich diese Tasche schon mal genäht und gezeigt. Aber eine Anleitung wollte ich dafür eigentlich nicht schreiben.
Diese O-Karabiner sind in vernunftiger Qualität einfach teuer- und das Einschlagen von Ösen macht auch nicht wirklich Spaß.
Aber habe ich diese Tasche gern in den Kursen nähen lassen, mit meiner großen Presse war ja das Öseneinschlagen keine echte Hürde. Und ein paar Ringe habe ich mir vom Hersteller schicken lassen und günstig weitergeben können.

Und dann kam Nicole, sie hat nach einem Kurs eine Serie an tollen Taschen entstehen lassen, derart viel Potential hätte ich in dem Schnitt gar nicht vermutet.
Guckt mal:

Eine schöner wie die andere, oder?
Und damit war klar, dass ich mich ernsthaft um Ringe kümmern musste und ein eBook bringen wollte.

Gerade die Ringe sind das zentrale Gestaltungselement an der Tasche, sie geben ihr einen professionellen Look. 
Man kann in die Ringe geschlungene Träger einhängen, in der Anleitung habe ich beschrieben wie man die aus Stoff oder Leder näht.

Die Innenaufteilung der Tasche kann etwas aufwändiger gestaltet werden.
Ewa hat ein Trennfach, das den großen Innenraum in zwei Teile teilt. In dieser Trennwand ist oben ein Reißverschlussfach eingearbeitet. Das ist der ideale Platz für z.B. ein Tablet.
Handy und Geldbeutel können leicht zugänglich in der äußeren Reißverschlusstasche untergebracht werden.

Ewa ist nicht schwer zu nähen, Anfänger können die aufwändige Innenaufteilung etwas reduzieren.

Wie hier, bei dieser großen Version hat Nicole das Trennfach weggelassen, das gibt dann grundsätzlich einen beuteligeren Effekt:

Unglaublich schön ist die Jeansversion:
 Und hier nochmal Jeans mit SnapPap:
und dann noch eine große Version aus einem herrlichen Leinenstoff:


Diesmal haben viele schon in den Workshops die neue Tasche ausprobiert: Christina, Heike, Ingrid, Birgit, Daniela, Jasmin, Ursula, Andrea und Tanja - Danke dass ihr dabei wart.

Danke auch an mein Team vom Probenähen des eBooks:
Melanie und Annette


Das eBook gibt es wie immer im Shop, dort könnt ihr es nach Paypalzahlung gleich herunterladen. Zudem habe ich euch Materialsets zusammengestellt und einen (begrenzten) Vorrat an geschlungenen Lederträgern genäht.
Natürlich gibt es die Anleitung auch bei daWanda.

Viel Spaß mit Ewa!

Ewa? Ewa heißt zum einen meine Schwägerin, zum anderen ist Eva auch die Chefin des nettesten Stoffladens in meiner Umgebung.
Dort gibt es nicht nur den lilanen Wollstoff vom ersten Bild, dort findet ihr auchden den gelben Hirschstoff von Nicoles Tasche. 
Es wurde echt Zeit für Ewa. :)



Sonntag, 31. Januar 2016

Stoffspielereien: Perlen

Perlen waren die erste Herausforderung bei den Stoffspielereien im neuen Jahr.

Mit Glitzerkram habe ich ja grundsätzlich wenig am Hut.
Ich mag Perlen weder als Schmuck noch als Basis für eine Stickerei. Zwar fand ich die üppigen Dekorationen bei Natalie Chanin immer sehr schön, aber eigentlich nur im Makro zum Staunen und Gucken. Es ist toll wie Perlen nochmal eine ganz andere Textur mit ins Spiel bringen.
Aber auf einem Kleidungsstück konnte ich mir das für mich nicht vorstellen.
Zuviel Chichi, irgendwie.

Deshalb habe ich mir eine viel schnellere und grafische Lösung einfallen lassen und das Täschchen für meine Mutter vollflächig bestickt. Ich habe den kompletten Rollkragen des verfilzten Pullovers verarbeitet und dabei am Reißverschluss das kleine Anschlagbündchen offenkantig stehen lassen:
Ich mag gern, dass die Perlen auf der gesamten Fläche gleichmäßig verteilt sind und so ganz selbstverständlich zum Stoff gehören. Sie schmiegen sich zwischen die Rippen des Strukturstricks.
OK, ein wenig hat das was von Blutstropfen, aber in dem Pulloververwertungsprojekt steckt wirklich Herzblut drin. 
Insofern passt das :)
Das Täschchen ist mit Wachstuch von Tula Pink gefüttert.

Besonders hat es mich gefreut dass sich die Tochter gerade auch ein kleines Etui zu ihrer Tasche bestickt. Freiwillig. Wer hätte das gedacht.....
Ein Bild ihres fertigen Täschchens werde ich dann noch im Laufe des Tages ergänzen.

Ich freu mich über alle Perlenspielereien die diesmal bei Frifris gesammelt werden.


Freitag, 29. Januar 2016

Refashion: Ein verfilzter Wollpulli wird zur Tasche

Das ist ein echter Drei-Genenationen-Pulli.

In den 90ern hat sich meine Mutter einen herrlichen Zopfpulli mit Rollkragen gekauft und gern getragen. Irgendwann wurde ihr das Enge um den Hals unangenehm und ich habe das edle Teil in meinen Kleiderschrank übernommen.
Bis er mir neulich in die 60-Gradwäsche geraten ist und verzogen und verfilzt wieder herauskam. 
Mist.
Aber jetzt hat der Pulli eine neue Chance bekommen- der untere Teil mit dem schmalen Bündchen wurde zu einem Geburtstagsgeschenk für die Tochter verarbeitet. Aus dem Rest nähe ich noch passende kleine Täschchen, da wird meine Mutter sicher auch eins bekommen. :)

Eine Tasche mit Geschichte, das mag ich sehr gern.
Innen ist eine plastische Innentasche für einen Stift und Kleinzeug.
Eigentlich wollte ich einen Magnetknopf mit einarbeiten, aber das fand die Tochter nicht nötig.
Denn die wichtigen Dinge kommen auch bei ihr in die große Vordertasche mit Reißverschluss.
Ein echter Blickfang an der sonst schlichten Tasche sind Schlaufenträger, die in große Ringe eingehängt werden. Sie sind mit 5 cm Innendurchmesser sehr dekorativ und aus stabilem Zinkdruckguss, nicht aus dem sonst gängigen Aluminium.
Die Träger selbst sind aus einem 4 cm breiten Gurtband das mit einem 3 cm breiten Lederstreifen benäht und seitlich knappkantig abgesteppt wurde.

Material: 3 mm Wollfilz für den Boden und ein zu heiß gewaschener Pulli.
Schnitt und Metallteile wird es in verschiedenen Variationen ab Montag im Shop geben.


Dienstag, 26. Januar 2016

Unser ultimatives Knäckebrot - Rezept



**Knusperknusper**

Nicole hat uns neulich etwas von ihrem Knäckebrot  mitgebracht und mir ihr Basisrezept verraten.
Obwohl das eigentlich kein klassisches Knäckebrot ist, eher ein schneller Begleiter zu einem Stück Käse oder ein Keksersatz für Zwischendurch.
Abifutter für die Tochter oder Nervennahrung für die Mutter :)
Wir experimentieren nun auch schon ein Weilchen herum und mögen am liebsten folgende Mischung:

200 g Stärkemehl (Mondamin)
6 EL Sesam
6 EL Leinsamen
4 EL Sonnenblumenkerne
3 EL Kürbiskerne
2 EL Chiasamen
1 TL Meersalz mit einer feingehackten Knoblauchzehe zerdrückt
4 EL Öl
300 ml kochendes Wasser
Gewürze nach Wunsch- ich mag Paprika oder Chili am liebsten

Alle Zutaten verrühren, erst zum Schluss mit dem Wasser überbrühen.
10 Minuten quellen lassen
in 4 Stücke teilen
und dann portionsweise zwischen zwei Backpapieren ausrollen.
Wir mögen es am liebsten wenn es recht dünn ist-
die Dicke der Kürbiskerne ist dabei unser Maß.

Dann kommen die Fladen auf dem unteren Backpapier bei 150 Grad Umluft in den Backofen.
Wenn ihr Backfolie habt ist das fast noch besser,
dann löst sich gerade dünnes Brot besser vom Untergrund als von Papier.
Das gibt insgesamt 4 Bleche- ihr könnt immer 2 Stück auf einmal in den Backofen schieben.
Die Backzeit richtet sich nach der Dicke der Fladen- wenn sie nach etwa 20 Minuten trocken sind könnt ihr sie herausnehmen und in Stücke brechen.
Dickere Brote brauchen bis zu 40 Minuten.


Achtung: Macht süchtig!!
Aber: Ist gesund.

**Knusperknusper**

Donnerstag, 14. Januar 2016

Ein Trägerkleid: Siebdruck auf Wollstoff

Pooh, mit einem Mal ist es hier Winter geworden.
Und genau zum richtigen Zeitpunkt hat mir meine Freundin Heike einen großen Coupon Wollstoff mitgebracht: "Ich schau damit aus wie eine Leiche, aber zu dir passt das sicher gut."
Ja, stimmt.

Der Bouclé hat einen Schwarzanteil, das nimmt dem Senf die Schärfe und mildert das Pistaziengrün ab, so wird das auch für Hellhäutige wie mich gut tragbar.
Zudem lassen sich so mehrfarbige Strukturstoffe super gestalten- wenn man da eine der Fadenfarben im Druck aufnimmt ist das immer sehr harmonisch.

Bei Jeromin gibt es eine große Auswahl an sehr schönen kleinen Schablonen die sich unkompliziert mit einer Schaumstoffrolle drucken lassen:

Ich nehme für kleine Drucksachen gerne die fertige Dekaprintfarbe, die lässt sich prima verarbeiten.

Als Schnitt habe ich das bewährte Ottobre-Trägerkleid genommen, das bietet eine schöne große Fläche zum Austoben. Und ich kann bei dem Schnitt die optimale Länge gut einschätzen, das ist wichtig bei einem abgepasstem Druck. Zuerst habe ich zugeschnitten und dann losgelegt:
Nach einer Lage Blätter habe ich die Schablone ausgewaschen, abgetrocknet und dann gewendet um das Motiv spiegelverkehrt zu drucken:
Nochmal etwas fönen und die nächste Lage drucken:
um dann irgendwann man den richtigen Zeitpunkt zum Schlussmachen zu finden:

Ein Blatt kam zu Schluss noch in die Freifläche, das klärt die Form des Blätterhaufens am Saum.

Ohne den Druck wäre das Kleid etwas zu schlicht, aber der Druck lenkt den Blick unweigerlich nach unten zu den Beinen. Die finde ich an mir  ganz OK. :)
An der Empirelinie habe ich die Webkante zwischengefasst, das gibt nochmal einen organischen Effekt der gut zu den Blättern passt.

Hier nochmal vorne und hinten:
Ich trage das Kleid jetzt schon ein paar Tage, Wollstoffe sind einfach unschlagbar bei diesen Temperaturen.
Eine passende Jacke ist in Arbeit.....

Schnitt: Ottobre 2/08
Stoff: 80% Wolle, 20 % Polyester, ein Geschenk der liebsten Nähfreundin. ( Danke!)
Schablone, Roller und Dekaprint aus dem Jeromin-Shop

(Sabine Jeromin bietet in Mannheim immer mal wieder Schnupperkurse zu verschiedenen Techniken an, ihr Blog ist eine Fundgrube an Ideen.
Im Herbst werde ich mit ihr zusammen einen Kurs in Speyer geben auf den ich mich schon sehr freue. Dort wird dann das Gestalten und Vernähen von abgepassten Drucken ein Thema sein.)

Montag, 21. Dezember 2015

Sterne: Gefaltet und genäht

Papiersterne sind tolle Last-minute-Geschenke für Eltern oder Großeltern.

Die Tochter hat schon zum ersten Advent mit der Falterei angefangen, sehr nett fand ich deshalb bei der diesjährigen Adventsdeko, dass immer mal wieder ein Stern dazukommen konnte.
Für den großen stehenden (Anis-)Stern haben wir Papier mit Holzmaserung ausgedruckt, für andere hat sie Packpapier oder Origamibögen genommen.
Mir gefallen die unterschiedlichen Tiefen sehr gut, manche Sterne sind richtig plastisch.
Die Anleitungen findet ihr hier:
Anisstern, Packpapierstern, Sonnenstern

Ich habe passend dazu einen Kerzenring genäht, auch das wäre ein gutes KurzVorWeihnachten-Projekt.
(Wer noch nähen mag: Die Ladestation und das Strickzeugmäppchen gehen auch superschnell!)

Hier noch ein Projekt für fortgeschrittenere Papierfalter:
Ein Stern mit Klappmodulen.
Verblüffend, aber mit 6 - 8 Stunden Faltzeit ist das wohl eher ein Projekt für die Weihnachtsferien.....
(Verlinkt bei der lieben Susanne, die an den Montagen im Dezember Papiergeschenke sammelt.)

Ich selbst bringe die Woche noch ein paar Projekte zuende, das kann ich aber alles erst nach Weihnachten zeigen....



Ich wünsch euch ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Montag, 14. Dezember 2015

Double Gauze: Eine Tunika

Die liebe Grete hat ja schon öfter über Double Gauze geschrieben und sehr geschwärmt- aber so richtig kann man ihre Begeisterung nur nachvollziehen, wenn man das selbst mal verarbeitet hat.

Bei dem Stoff handelt es sich um zwei miteinander verbundene Stoffschichten, einzelne Fäden der Rückseite binden im losen Abstand die Vordereite an. Die beiden Lagen sind locker gewebt und sehr leicht, aber wegen der eingeschlossenen Luftschicht dazwischen wärmen sie erstaunlich gut.
Ganz toll finde ich die sauberen Stoffkanten, die muss man bei einem Borderprint wie hier nicht einmal umnähen.
Überhaupt: Der Druck.
Ich bin ganz verliebt in die verwaschenen Farben und die cappuccinofarbenen Kanten. Das würde ich bei Gelegenheit mal gern mit eigenen Mitteln auf einer anderen Qualität nachstellen.
Die aufgedruckten Glitzersplitter habe ich mit Steppstichen umrandet und so das rehbraun nochmal im Stoff auftauchen lassen.
Ich hatte gerade genug Stoff für eine Tunika für meine zierliche Tochter. Ich überlege aber gerade, ob ich mir  nicht aus der dunklen Farbstellung noch ein eigenes Oberteil nähen soll.
Da ich schon seit Jahren selten Hosen trage fehlen lässig-längere Oberteile völlig in meinem Kleiderschrank.

Schnitt: Aus einer älteren Burda, leider ist mein Schnitt nicht beschriftet.
Den Stoff gibt es bei Eva in hell und dunkel.
Grete hat ihn sogar in Uni!
(Achtung: Double Gauze liegt nur 110 cm breit, man braucht also für ein Oberteil mindestens Hüftumfang + Ärmelbreite+ 10 cm Sicherheit. Dann kann man den Borderprint als Abschluss nehmen.